Bereits vor etwa 10 Millionen Jahren, im Pliozän, war die Hainbuche (Carpinus betulus L.) in Europa heimisch. Die Hainbuche bevorzugt kontinentales, subatlantisch geprägtes Klima. Sie findet sich in den Hartholz-Auewaldungen, der Ebene, in den unteren Hang- lagen der Mittelgebirge. Größere Reinbestände gibt es auf der Fränkischen Platte. Meistens tritt die Hainbuche jedoch als Mischbaumart auf. Der Waldbesitzer schätzt die Hainbuche als "dienende" Baumart mit vielerlei Qualitäten. Sie ist gegenüber anderen Baumarten duldsam, sie verkraftet Verbiß gut und hilft die Schäfte von Eiche oder Esche zu ummanteln und zu beschatten. Sie beschattet auch den Boden, der durch das abgeworfene, leicht zersetzliche Laub guten Mull bildet. Als mittelgroßer Baum erreicht die Hainbuche Höhen von maximal 25 m. Sie erreicht ein Alter von 120-150 Jahren. Ansprechende Wuchsleistungen zeigt sie auf frischen, feuchten, nährstoff- und basenreichen, feinerdigen, tiefgründigen Böden. Ihr Holz ist fest, hart, zäh und sehr dicht. Es läßt sich nur sehr schwer spalten, aber gut be- und verarbeiten. Von Drechslern, Wagnern, Werkzeugmachern war das qualitativ hochwertige feste Holz gesucht. Durch Ersatzwerkstoffe hat das Hainbuchen- holz heute viele seiner Verwendungsmöglichkeiten eingebüßt. Bis heute werden die in der Textilindustrie benötigten Web- schützen und Hülsen zum größten Teil aus Hainbuchenholz gefertigt. 95 % der Klaviermechanik im Klavierbau bestehen aus Hainbuche. Als Brennholz ist Hainbuche wegen seiner großen Dichte sehr geeignet. Außerhalb des Waldes wird die Hainbuche in zahlreichen Gartenformen kultiviert und insbesondere als Heckengehölz angepflanzt. Ihre hohe Schnittverträglichkeit und die Eigenschaft, die Blätter im Winter lange zu behalten, haben sie zu einer der beliebtesten Heckenpflanzen werden lassen. |